Kossel – meine Erfahrungen

In den letzten sieben Wochen habe ich mich dem Umbau unseres Rostock-3D-Drucker zu einem Kossel gewidmet. Sieben Wochen hat es nicht wegen der langen Bauzeit gedauert, sondern, weil ich einfach nebenher beruflich und privat viel gemacht habe.

Insgesamt war der Bau des Kossel noch einfacher, wie der Bau des Rostock. Ursächlich dafür ist die deutlich reduzierte Anzahl an verschiedenen Bauteilen. Und die Aluprofile vereinfachen es auch, da man so nichts zusägen muss.  Wie beim Rostock auch ist der Zusammenbau durch die Symmetrie deutlich einfacher wie bei einem Drucker mit drei verschiedenen Achsen. Zusätzlich kommt hinzu, dass fast keine manuelle Nacharbeitung der Bauteile notwendig ist. (je nach Druckqualität)
Ein weiterer Vorteil liegt aber in der Autokalibrierung der Druckfläche. Dadurch entfällt ein weiterer Arbeitsaufwand für die 100% exakte Kalibrierung.
Bezüglich der technischen Leistungsfähigkeit sehe ich auch einige Vorteile. Hervorzuheben sind natürlich die Linearführungen, die wesentlich zu besseren Genauigkeit beitragen. In Kombination mit den Aluprofilen ist die Führung der Wagen auch sehr steif, so dass sich auch unter Belastung keine Abweichung ergeben.
Auch die reduzierte bewegte Masse durch die Carbonstreben ist ein Pluspunkt bezüglich der Geschwindigkeit bzw. einer Reduzierung der Motorbelastung. Wobei die Belastung auch durch die Delta-Bauform gut auf alle Achsen verteilt ist. Dadurch werden einzelne Treiber und Motoren nicht so warm, wie bei konventionellen Bauformen, wo wesentlich mehr Massen(z.B. Heizbett/Extruder) bewegt werden müssen.
Die Kugelgelenke von Traxxas sind nach meinem Empfinden ein Schwachpunkt. Ich habe den Eindruck, dass sie etwas Spiel haben.  Das ist etwas schade, da alle anderen Komponenten kaum Spiel haben. Aber im Vergleich zu unserem Rostock ist das Klagen auf hohem Niveau. Für den Preis der Kugelgelenke und deren Leistungsfähigkeit bezüglich Gewicht sind sie auf jeden Fall OK.

Schade ist auf jeden Fall, dass das Heizbett (MK) nicht in den Kossel passt – Es passt schon, aber es ist ein Gefummel. Besser wäre es wenn die Verbinder der Dreiecke oben und unten im Rahmen 260mm lang wären, anstatt der 240mm. Das kann ich auch jedem Empfehlen.

Das Open-Beam-Profil hat mich nicht überzeugt. Da man den Rahmen nur einmal zusammen baut könnte man auch einfach Gewinde schneiden und sich die doch recht hohen Kosten sparen.

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5 Antworten zu “Kossel – meine Erfahrungen

  1. wegen dem spiel der Traxxas Kugelköpfe. Als ich damals in Solidworks auch ein Rostock Drucker gebaut hatte, ist in der Simulation das Problem aufgetreten das der Winkel der Kugelköpfe zu klein ist und es zur Kollision kam! Ich hatte keinen Kugelkopf gefunden der die erforderliche Gradzahlen im Datenblatt drin stehen hatte.
    vielleicht kommt das Spiel durch zu schnelles ausschlagen der Gelenkpfannen?
    connie

    • nathanbruec

      Ich habe ein paar Gelenkköpfe von Igus gefunden die gehen würden. Dort steht auch die Angabe im Datenblatt. Die Enden sind aber so breit, dass die bewegliche Plattform sehr breit wird. So wird dann der Platz schlecht genutzt. Mit der relativ kleinen Plattform beim Kossel und den kleinen Traxxas-Kugelgelenken ist ein ganz gutes Optimum vom Grundfläche zu Druckfläche erreicht.
      Was meinst du mit ausschlagen?

  2. Pingback: 3D Drucker Vorstellung am Tag der offenen Tür im Kultur- und Kulturwirtschaftszentrum in Heidelberg | 3D Drucker

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